Ein Hausaufsatz:
Es folgt:
Ein Hausaufsatz in eigener Sache. Ziemlich blöd, ,so etwas in die Hütte zu setzen, aber 1. hab ich nichts besseres und 2. geht es uns alle vielleicht was an !!?
Angefangen hatte alles ganz harmlos: Als in der Freizeit völlig unausgelasteter Schüler erhielt ich, als einer der llb, die Aufgabe, einen Hausaufsatz zu schreiben. Doch schon bald war bei mir, wie wahrscheinlich bei den meisten von uns, selbiger längst vergessen. Erst mein Hausaufgabenheft erinnerte mich wieder an ihn: Hausaufsatz / Thema: egal (I: falsch!). Prima, dachte ich mir und machte mich voller Eifer an die Arbeit: Suchte ein Thema, trug Material zusammen und begann, ein Konzept zu entwerfen. Stunden später war ich stolzer Besitzer eines fertigen Aufsatzes, viele hätten mich drum beneidet, doch es sollte anders kommen. Ich entschied mich, mein Werk mit Hilfe der Schreibmaschine zu Papier zu bringen, was sich später als schicksalhafter Fehler erweisen sollte.
Termingerecht lieferte ich am Tag darauf als einer der Einzigen den Aufsatz ab, in der Erwartung, der Sieg wäre mein ( G ) ! Doch weit gefehlt: Fassungslos nahm ich auf, daß Hausaufsätze nur handgeschrieben akzeptiert werden können - und ein neues Thema war geboren. Schon seit dem Beginn seiner Existenz versucht der Mensch, sich mehr oder weniger erfolgreich gegen den Fortschritt zu wehren - mal aus gutem Grund, meistens aber ohne diesen: Hätte man Galileis und Kopernikus' Ideen damals nicht aufgegriffen, würden wir wahrscheinlich heute noch auf einer Scheibe leben. Gemeint ist: Man kann gegebene Tatsachen nicht leugnen, bloß weil sie einem gerade nicht passen oder weil es 'Die von oben' so wollen. Was ist nun Tatsache? Tatsache ist, daß die Handschrift die traditionellste Art ist, Buchstaben, Zahlen und so weiter zu Papier zu bringen und sie dabei auch Ausdruck der eigenen Persönlichkeit ist. Dabei hat die Handschrift aber oft den Makel der Unleserlichkeit, Unkorrigierbarkeit und des Zeitaufwandes. (Es folgt ein Beispiel - kommentiert ) Es folgt aus dem Beispiel: Erst die Maschinen- oder Computerschrift verbindet Leserlichkeit und Schnelligkeit. Der Einsatz eines Computers erlaubt dabei noch mehr Möglichkeiten: Leichte Korrigierbarkeit, hohe Übersichtlichkeit, unterschiedliche Schriftarten, Rechtschreibkontrolle und ein Synonym-Lexikon. Erleichtert wird auch die weitere daten- und drucktechnische Verarbeitung: Welches Buch, welche Zeitung ist heute noch handgeschrieben, welches Fax. welcher Telex wird heutzutage noch handschriftlich übermittelt. (Z) Selbst an den Universitäten ist es normal, daß Hausarbeiten maschinegeschrieben oder gedruckt abgegeben werden. Dieser Fakt ist besonders interessant, da sich das Gymnasium ja als Vorbereitung auf die Universitit versteht.
Im übrigen verlangt kein Mensch, daß alle Arbeiten in Zukunft gedruckt werden, aber jeder Schüler sollte doch individuell für sich nach seinen Möglichkeiten entscheiden, ob er seine Meisterwerke in Zukunft handschriftlich oder gedruckt abliefert. Keiner darf ein perfektes Schriftbild, keiner darf auf der Maschine 200 Anschläge pro Minute erwarten und verlangen - die Entscheidung sollte dem Schüler, also dem Betroffenen überlassen werden. Die Zukunft wird zeigen, ob sich Fortschritt durchsetzt; vielleicht fluchen kommende Schülergenerationen schon über die laufenden Computerabstürze, statt über den ewig auslaufenden Füller.