BALD berichtet:
Ein tragischer Zwischenfall ereignete sich gestern ein einem Berliner Gymnasium, als zwei Schüler, Susi K. (17 1/2) und Michael P. (18), zwei Geiseln nahmen. Da ihre Forderungen unerfüllt blieben und der Versuch der Schlichtung eines stellvertretenden Direktors mißlang, starben sowohl die Geiselnehmer als auch die Geiseln sowie ein nicht anwesender Lehrer im Kugelhagel.
Zu dem bedauerlichen Unfall war es in einer der Springstunden der 12. Klassen gekommen. Die Schüler hatten sich wie jeden Tag in ihre Ecke der Vorhalle zurückgezogen, welche den romantischen Charme von Wartesälen der 60er ausstrahlt. Ausgestoßen und unbeachtet vom Rest der Menschheit ist das Auswendiglernen der Schulchronik oder die Jagd auf imaginäre Fische für die Gymnasiasten oft die einzige Beschäftigung, um ihrem Dasein noch einen Sinn zu geben. Doch Susi und Michael, über die die Nachbarinnen (53 und 71 (zusammen 124)) sagen: "Joah, den Müllaimer bringt är immär runnär" und : "Na, die wird schon ihren Weg machen", wagten den Ausbruch aus dem Dunkel der Abgeschiedenheit und Ausweglosigkeit. Mit Hilfe eines Feuerzeuges und der Nagelfeile eines Schweizer Messers, deren Herkunft noch nicht geklärt werden konnten, brachten sie die Geiseln (13 3/4 und 13 7/8) in ihre Gewalt. Umgehend richteten sie ihre Forderungen an die Schulleitung: "Ein Aufenthaltsraum mit Sofa, ein Radio, eine Kaffeemaschine, Spiele, Freibier, eine Tomate und einen Fisch oder einen Tomatenfisch und sonst nix!"
Mit dem Versuch zur Schlichtung zückte der stellvertretende Direktor, dem jahrelange Keniaerfahrungen sowie eine Spezialausbildung bei der GSG9 eigens für solche Situationen zugute kamen, seine Pistole des Typs Magnum (zwei wären auch nicht schlecht - so beidhändig Magnum) und übernahm die Kontrolle. Irritiert jedoch über das Platz einiger Caprisonnen, eröffnete er das Feuer. Die vier Schüler erlagen ihren schweren Verletzungen sofort.
Bis jetzt ist ein Geschehen dieser Art noch einmal, aber wie wird es in der Zukunft aussehen? Die Langeweile eskaliert! Deshalb kämpft BALD für Dich! In Zusammenarbeit mit Frau Doktor Beutel-Döselbrink fordern wir im Namen aller BALD-Leser und deren Intelligenzquotienten bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Schüler an und gegen Gymnasien. Wir fordern Aufenthaltsräume und sinnvolle Stundenpläne!
P. S.: Im Rahmen der Aktion "Sicher Zeitunglesen" führt unsere allseits geliebte BALD-Zeitung den Kurs "Ich und meine Panzerfaust" durch. Interessierte treffen sich am 21. 9. 93 um 5.31 Uhr auf der US Airbase Remscheidt. Bitte bringt Euer persönliches Übungsziel und eine Packung Heftpflaster mit.
Christian Mat dasLars.