Die Goldene Stadt unter einem neuen Stern
Die Götter im Schulamt erwiesen sich letztendlich doch noch als gnädig und wir, die 11.
Klassen durften uns auf eine Exkursion nach Prag begeben. Dies taten wir auch einige
Wochen später und mit unterschiedlichsten Erwartungen.
Endlich angekommen, vom Anblick des "Hotels" erst einmal schockiert und auf
Heimfahrt appellierend, waren meine ersten Gedanken, wie schrecklich es hier nur aussieht
und Assoziationen zum derzeitigen Zustand in Polen oder Rußland waren auch nicht zu
vermeiden. Jedoch häufig trügt der Schein - so auch in Prag.
Und nach einem typisch tschechisch-kümmeligen Abendmahl konnten wir uns davon
überzeugen. Vom Gedrängel überrascht und auf der Suche nach einer schönen und ruhigen
Kneipe flüchtete ich mich, natürlich in Begleitung, in einsamere Nebenstraßen. Schon
nach kurzer Zeit stellte ich fest, daß Prag nicht nur billig und überlaufen ist, sondern
auch sonst so eine ganze Menge zu bieten hat. Es gibt viele Varianten, sich hier den Abend
zu verschönern:
1. Fete im Hotel, mit etwas Gesöff und dann zu BROS, DEMO und NKOTB tierisch abspacen und
abgrooven.
2. Auch im Hotel bleiben und anhand von Wurfparabeln Entfernungen ausrechnen.
3. Auch im Hotel bleiben und gleichzeitig nüchtern bleiben und sich übergebende
Betrunkene evakuieren.
4. In die City fahren und auf der Karlsbrücke volksfestähnlich tanzen und singen und den
musikalischen Klängen einheimischer oder ausländischer Musiker lauschen.
5. Sich eine nette Kneipe suchen und billig leckeres Schwarzbier trinken.
6. In verschiedene Diskotheken gehen, um sich den ganzen Abend Tekkno anzuhören, wobei
die einzige Alternative der Bunker wäre.
7. Einfach so durch die Stadt bummeln und die am Tage gesammelten Eindrücke Revue
passieren lassen.
8. Und wenn alle Stränge reißen, dann gibt es ja noch das einfach gute McDonalds, wo man
sich mit BigMäc und Milchshake Zeit und Hunger gleichzeitig vertreibt.
Also gut, Prag hat nicht nur für den Kulturfreund eine ganze Menge zu bieten, sondern
auch für Nachtschwärmer. Prag hat sich trotz wirtschaftlicher Krise gut gehalten und ist
auf jeden
Fall eine Reise wert.
Fipp