Weihnachten
2003
(rob)
Zum
1. Advent
Lass die Arbeitslosen nach Arbeit suchen. Unterstell ihnen nicht, dass
sie faul sind und sich nur auf Kosten des Sozialstaats bereichern wollen.
Lass die Bauarbeiter und Handwerker arbeiten. Denk nicht, dass sie den
ganzen Tag nur Bier trinken und Mittagspause machen.
Lass die Studenten studieren. Beschuldige sie nicht, dass sie unsere
Steuern verschwenden und nur zu bequem sind, sich eine Arbeit zu suchen.
Zum
2. Advent
Lass die Beamten Beamte sein. Unterstell ihnen nicht, dass sie untätig
in ihren Büros sitzen und werte sie nur nach ihrer Kooperationsbereitschaft
und Freundlichkeit.
Lass die Ärzte praktizieren. Denk nicht, dass sie nur BMW Cabriolet
fahren und ständig Kunstfehler verursachen.
Lass den Schwachen und Benachteiligten in unserer Gesellschaft all Dein
Mitgefühl entgegenkommen und glaube keinem, der sagt, dass sie
schuld an Deiner Misere seien.
Zum
3. Advent
Glaube nicht den wohlformulierten Erklärungen der Politiker! Hinterfrage
alle ihre Aussagen und erinnere sie an ihre Versprechen.
Lass die Banken und Versicherungen und die Manager der Wirtschaft nicht
ohne Kontrolle! Messe sie an der sozialen Qualität ihrer Entscheidungen
und fordere ihre persönliche Verantwortung für Fehlentscheidungen.
Glaube nicht allem in Presse und Fernsehen! Informiere Dich vielfältig
und bilde Deine eigene Meinung.
Zum
4. Advent
Denk nie, dass Deine eigene Meinung oder friedliche Tat keinen Unterschied
macht!
Glaube keinem, dass es zu sozialen Kürzungen keine Alternative
gibt!
Traue niemandem, der sagt, dass die Wirtschaft sich zum Wohle der Allgemeinheit
selbst reguliert!
... und fordere alle Hundebesitzer
auf der Straße höflich auf, den Kot ihrer Tiere selbst zu
beseitigen!
In
diesem Sinne ein nachdenkliches Weihnachtsfest 2003!
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