| www.bennoshuette.de - Bennos Hütte - das E-Zine aus Berlin | Erschienen in: Ausgabe 1, Oktober 1999 - zurück zur Startseite |
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Star was? | (rob) |
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Selten wurde auf einen Film so gewartet wie auf den ersten der drei neuen "Star Wars"-Teile. Die Originale von 1979 - 1983 zeichneten sich durch ihre Mischung aus Western, Märchen und Effektefest aus, an denen sich heute noch neue Filme messen müssen. Wie kann "Episode I: Die dunkle Bedrohung" sowohl die Optik als auch die Atmosphäre der Originale erfolgreich in die Neunziger transportieren? Hat George Lucas, Regisseur und Erfinder von "Star Wars", es überhaupt versucht? |
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Die feiernden Bioladen-Teletubbies namens Ewoks am
Ende von "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" wirkten eigentlich schon 1983 ziemlich
verkitscht. In der restaurierten Special Edition von 1997 setzte Lucas noch einen drauf,
und zeigte nach dem Baumhaus-Rave auf Endor noch viele andere Planeten mit glücklichen
Menschen, die sich auch so wie die kleinen Bettvorleger freuten, daß das Imperium besiegt
wurde. Fehlte nur noch die amerikanische Flagge. Anzeichen der dunklen Seite der Macht? Wir erinnern uns: Damals, in "Krieg der
Sterne", sahen wir Luke Skywalker, wie er sich vom hinterplanetarischen Bauern zum
wagemutigen Freiheitskämpfer wandelte, Leia von der verwöhnten und verzickten Prinzessin
zur - immer noch verzickten - Rebellin, schließlich der geldgierige Söldner Han Solo,
aus dem im Laufe des Films ein gerechtigkeitsliebender Ritter wurde. Doch der größte Schwachpunkt der Handlung ist das,
worum es eigentlich gehen soll: die Rettung des Planeten Naboo aus der Belagerung durch
die böse Handelsförderation. Alle zwei Szenen fühlt sich die junge Königin der Naboo -
egal ob gefragt oder nicht - genötigt zu sagen, daß ihre Leute leiden und sterben.
Schade, daß man diese Leute, deren Rettung die Hauptaufgabe der teuer bezahlten
Darsteller ist, nicht ein einziges Mal sieht! Man weiß auch nicht so genau, warum sie
eigentlich sterben und leiden. Alle Szenen auf dem Planeten Naboo zeigen nur den Palast,
die doofe Königin und irgendwelche Wachen und Politiker. An einer Stelle wird der Film auf einer anderen Ebene fragwürdig. Die Gungans, eine Rasse von "primitven" Wasserbewohnern auf Naboo (die im übrigen im Original mit afro-amerikanischem Akzent sprechen), werden von der Königin um Hilfe im Kampf gegen die Aggressoren angefleht. Sie willigen ein, und für ihren guten Willen werden sie dann gnadenlos gegen eine, noch dazu computeranimierte, Roboterarmee verheizt. In Zeiten triefender political correctness im amerikanischen Mainstream ist es nicht mehr hollywood-like, ein paar ordentliche Sturmtruppler in die Schlacht zu schicken, dafür scheint es in Ordnung, wenn die "primitiven" Ureinwohner in Scharen den Laserkanonen der Roboter zum Opfer fallen. Der Gipfel der Doppelmoral ist die Szene nach der Schlacht, in der man keinen einzigen auch nur verwundeten Gungan sehen kann. Verkrampfter kann man nicht um eine FSK 6 Freigabe buhlen. Was soll man noch sagen? Ich hatte mir als alter Fan
wirklich gewünscht, daß Episode I ein guter Film wird. George Lucas hatte die
Möglichkeit, mit ein bißchen mehr Gefühl und ein bißchen weniger ´serve all´ einen
neuen Meilenstein zu setzen. Episode I sollte mich wieder völlig in den "Star
Wars" Bann ziehen - aber - dazu hat Lucas ja noch zwei Teile Zeit. |
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| Autor: rob, rob@bennoshuette.de | Artikel kommentieren | Copyright 1999, Bennos Hütte |