Sehr geehrte Unterhaltungsindustrie, in den letzten Wochen ist ein neuer Kopierschutz für
Musik-CDs auf den Markt gekommen. Die Firma BMG will durch gezielten Einbau von Fehlern
auf den CDs das Abspielen und somit Kopieren in CD-Romlaufwerken verhindern.
Liebe Unterhaltungsindustrie, wann seht Ihr die Realität? Solange ein Medium technisch kopiert werden kann, wird es kopiert. Seien es CDs, Videos, DVDs, Software, oder was immer als nächstes kommt. Jeder Kopierschutz, der das verhindern soll, kann und wird geknackt werden (oder erweist sich als so erbaulicher Schuß ins eigene Knie wie der letzte Versuch von BMG). Wohl darum erzeugt Ihr das Bild, daß Menschen, insbesondere Jugendliche, die sich für den privaten Gebrauch Kopien Eurer überteuerten Medien machen, kriminell handeln. Das ist falsch. Um den Konsumenten ein schlechtes Gewissen einzureden, erklärt Ihr zum Beispiel, daß 10.000 kopierte CDs eine junge Nachwuchsband vernichten. Ist es nicht genau andersherum? Nicht 10.000 kopierte CDs, sondern eine sogenannte Superband, die von Euch Plattenverträge über Millionen Dollar bekommt, zerstört die Chancengleichheit im Musikgeschäft. Und jeder künstliche Teenieliebling, der für kurze Zeit den Massengeschmack repräsentieren soll, nimmt jungen ambitionierten Künstlern die Chance auf Erfolg. Ist die "Copy kills Music"-Kampagne also nicht nur der Versuch, auf moralisch-bevormundende Weise das zu erreichen, was Euch technisch nicht gelingen kann? Vielleicht ist es einfach der falsche Weg? Rob.
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