| www.bennoshuette.de - Bennos Hütte - das E-Zine aus Berlin | Erschienen in: Ausgabe 8, März 2001 - zurück zur Startseite |
Das wirkliche Leben des armen Gretchens
"Oh komm ganz rasch zu Tisch, Gretchen
es gibt heut frischen Fisch, Mädchen."
"Aha, das freut mich ausgesprochen,
ist´s der, den gestern ich erbrochen?"
"Ach Kind sei nicht so widerlich,
sonst haue ich auf´s Mieder dich,
du hast wohl wieder Mauljucken,
sollst nicht so oft nach Paul gucken!"
"Nicht Paul, schön wär´s, wenn du mich doch haust,
nicht mit der Hand, nein mit dem Faust!
Mit dem geballten, oder der flachen,
wär mir egal, ich würde lachen!"
"Ach Kindchen manchmal scheint´s du bist so,
fast wie ein Teufel, wie Mephisto,
und grad mal 14 Jahre alt,
so krieg ich graue Haare bald!"
"Oh Mutter, dann laß dir jetzt sagen,
verspür, ich welch ein Unbehagen,
letztens war es, fern, am Anger,
da kam ein Mann jetzt bin ich schwanger."
"Oh Kind, das glaub ich jetzt nicht, was.
was soll denn das, was soll denn das?
Ja sag mal bist du denn verlassen
von allen Geistern, ist´s zu fassen?"
"Gefaßt hat er mich, sicherlich,
und sagte: Komm, jetzt kicher nich!
Er zeigte mir ein buschi Ding,
daß ich mit meiner Uschi fing,
und merkte dann, wie sie so saugte,
daß sie zu mehr als Pippi taugte..."
"Verweile doch da, du bist so "schön",
ich kann dich lang schon nicht mehr seh´n
und kostest mich im Unterhalt,
soviel wie mein Mann Gunther bald!
Ich kann dich nicht ertragen, geh,
auf das ich dich nie wieder seh!"
So ging das kleine Gretchen fort
und später gab´s noch Kindermord,
Intrigen, Beischlaf ohne Ende
und Faust gilt heute als Legende.
Am schönsten aber hat gedichtet,
Mephisto: Hey, sie ist gerichtet!
Das arme Gretchen war verloren,
ach wäre sie doch nie geboren!
| Autor: k.lypse, k.lypse@01019freenet.de | Artikel kommentieren | Copyright 2001, Bennos Hütte |