www.bennoshuette.de - Bennos Hütte - das E-Zine aus BerlinErschienen in: Ausgabe 9, Juli 2001 - zurück zur Startseite

 


VATER WERDEN IST NICHT SCHWER (daslars)

(c) daslarsTräume, das sind Filme mit sich selbst in der Hauptrolle, spontane Einmalproduktionen des Unbewussten mit einer Halbwertzeit, die kürzer ist, als ich morgens brauche, um meine Brille zu finden.

Es sei denn, man schreibt sie auf.
Traum 1:
Ich werde Vater. Meine Freundin ist schwanger. Gerade hat sie zwei Baby-Rohlinge geboren. Das ist vollkommen schmerzlos und kein Grund zur Sorge. Alle Menschenkinder kommen so zur Welt. Man hat die Rohlinge, pflegt sie ein paar Tage, dann schiebt man sie wieder in die Frau hinein und weniger Wochen später werden die Säuglinge geboren. Hat man erst mal die Rohlinge, kann man daraus schließen, was aus ihnen für Menschen werden. Wir haben zwei. Ein Rohling ist eine Motte, der andere eine Krabbe. Was das genau heißt, habe ich vergessen. Es war nichts Besorgniserregendes, eine ganz normale Entwicklung. Nicht normal ist, dass ich mit den Rohlingen nicht sorgsam genug umgegangen bin. Ich habe der Krabbe ein Bein abgebrochen. Jetzt mache ich mir Sorgen, was das für unser Kind bedeutet.
Traum 2:
Ich werde Vater, nein ich bin es. Meine Freundin hat entbunden. Wieder sind es zwei Kinder. Eins ist in einer Flasche, das andere ist ein Brei. Alle Kinder kommen so zur Welt. Sie sind die ersten Tage in einer Flasche. Wenn sie bei der Geburt noch nicht reif genug sind, Frühgeborene also, sind sie ein Brei. Dann schimmert das Gesicht nur etwas unbestimmt aus der Pampe. Aber mit Hilfe der modernen Medizin, werden auch sie bald eine Flasche. Ich bin also Vater zweier gesunder Kinder. Doch dann stoße ich die Flasche um, und etwas schwappt heraus. Nicht viel, aber wer weiß, wie schlimm das ist. Und dann beginne ich noch mit einem Freund von dem Brei zu naschen.

 

Autor: daslars, daslars@bennoshuette.deArtikel kommentierenCopyright 2001, Bennos Hütte