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Wie man eine Hütte baut

Aller Anfang - Benno’s Hütte I bis VII

1991 wurde unser Gymnasium neu gegründet. Nach einem recht orientierungslosen Schuljahr erkannten eine Handvoll Schüler die Notwendigkeit für das ordnende Organ einer Schülerzeitung. Einige konspirative Treffen später kam "Bennos Hütte I" kurz vor Weihnachten 1992 in Umlauf ("...die Experten staunen und die Konkurrenz tobt..." – Hütte I). Die erste ehrwürdige Redaxion, bestehend aus aLex, MAT und daslars hatte die Arbeit aufgenommen.

Trotz mangelnden Konzeptes entwickelte sich ein eigener Stil, der unter der Parole "trotzig und eigen" schnell bekannt wurde. Trash-Design, provozierende Satire, immer mit dem Ziel, die Dinge an der Schule zum Positiven zu wenden, und gelegentliche pseudo-philosophische Artikel ("Wie erkläre ich die Welt auf einer Seite") bildeten unser Baumaterial.

Vergrößern!Daß die Hütte nicht erdstoßsicher war, stellte sich am 11.11.1993 heraus. Mit der Ausgabe VII war unsere Satire an die Grenzen der Verständlichkeit bei der Schulleitung gestoßen. Ob es wirklich am "gewaltverherrlichenden" Titelbild oder doch am Gedicht über die "Schweineschule" lag, können wir bis heute nicht sagen. Die Zeitung wurde kurzerhand verboten, und vielleicht wären wir ja alle von der Schule geflogen, wenn nicht doch alles anders gekommen wäre. Nach Gesprächen mit der Schulleitung, der Lehrerkonferenz, dem Stadtrat und dem Dalai Lama, konnte die aufklärerische Arbeit der Hütte schließlich doch fortgesetzt werden. Allerdings mußte unser "lokales Klatsch-und Tratschblatt" (alex in Hütte III) in "Onkel Benz Hütte" umbenannt werden, da unser namensgebender stellvertretender Direktor nicht mehr mit unserem Geschriebs in Verbindung gebracht werden wollte.

Mitwirkend zu dieser Zeit waren: aLex, MaT, daslars, Robat, Carsten, Ira, Bea, Sylvia, Rico, Verena, Christian, Wiebke, David und Sven.

 

Nicht kleckern, sondern klotzen - Onkel Benz Hütte 9 bis 16

Am Stil änderte sich auch in der folgenden Zeit nichts. Immer noch hatten Spaß und Satire oberste Priorität. Die aktuelle bauliche Entwicklung in der Schule, das politische Weltgeschehen, Erkners unaufhaltsamer Weg in die Zivilisation, Freizeitbeschäftigungen und Kochkurse ... nichts blieb unkommentiert.

Nach drei Schuljahren ehrlicher harter Arbeit und unzähligen Stunden im ozongeschwängertem Kopier-Shop "TRIGGER", wurde in Hütte 16 (April 1995) das Ende verkündet. MaT, Robat und daslars durften die Schule nach dem Abitur verlassen.

Beteiligte zu dieser Zeit: aLex, MaT, daslars, Robat, Carsten, Christian, Isabel, Petra, Zachi, Anika, David, Steffi, Ali, Lars, Sophia, Marc, Gina, Svante, Markus, Sebastian, Claudia, Holger

 

Eine neue Generation - Onkel Benz Hütte 17 bis 25

Das alles war natürlich nur eine geschickte Finte, um Hütte-Gegner erst erleichtert aufatmen zu lassen und dann doppelt zu schockieren. Längst saßen fähige Nachwuchskräfte in den Startlöchern, die schon während der Abi-Phase mit neuen Ideen an unserer Hütte weiterbauten. Unter Leitung der Redaxion, bestehend aus dem Alterspräsidenten aLex, sowie Carsten, Micha und der Sonne Sophia konnte die Arbeit fortgesetzt werden.

Immer noch den alten Hütten-Käse nach oben haltend, entstanden noch zwei Schuljahre lang acht Ausgaben. Im März 1996 gab es den ersten historischen Versuch, die Hütte im Internet zu etablieren: ein kurzes Intermezzo?

Dann, 1997, in der Abi-Phase der jetzigen Redaktion, fand sich kein Nachwuchs mehr für die Hüttenbauer. Im April 1997 wurde mit Ausgabe 25 der endgültige Schlußpunkt hinter eine Zeit bissiger Satire, lustiger Geschichten und nachdenklicher Töne gesetzt.

Es wirkten in der Spätphase: Hannes, Marie, Jessica, Wärna, Markus, Sven, Jens, Peer, Sören, Konrad

 

Den abschliessenden Worten von Alex in Hütte 25 ist nicht mehr viel hinzuzufügen:

"An dieser Stelle soll noch einmal all denen blaublütigen Glücksrittern und Papierdrachen, den Predigern und Alchimisten, den edlen Kaufleuten und Schopenhauer-Rezipienten, den Verdichtern und Gedenkern, all jenen also gedankt werden, die die Hütte erst zu dem gemacht haben, was sie ist. Lieber "TRIGGER" RIP!, unvergessen Dein Niedrigozon-Hightech-Kopiergerät, das dich letztendlich in den Bankrott stürzte. Gedankt sei auch unserer doppelplusguten totalüberwachenden Dokumentations- und Fotozentrale in den Kellern des Ministeriums für Wahrheit und unseren perfiden und über Leichen gehenden Korrespondenten in aller Welt.
Vergessen wir nicht die tausend Gesichter der Hütte. Hier haben Erkner und der Rest der Welt blutige Fehden ausgetragen, hier haben Bald und Babel, Profanes und Philosophisches, Provinz und Metropole, Grunz-Metal und Schönberg nebeneinander, Seite an Seite gestanden.
Das Adelsgeschlechtsbuch mit den versammelten Analen, mit langatmigen, aber auch feuerspeienden Abhandlungen, wird einen würdigen Platz in der Schulbibliothek einnehmen. Verbleibt noch zu sagen: Es ist an der Zeit, ein neues Geschlecht zu begründen! Wir, die wir diesem Ort nun endgültig den Rücken kehren, streichen indessen unsere Bärte und Segel. In Würde."

(ich glaub', ich brauch' jetzt nen Underberg, trotzdem danke Alex - hoffentlich bist Du bald wieder an Bord. rob)

 

E-Mail: benno@bennoshuette.de

©1999 Hüttenbau